Mystik

Ledas Groll

Sie wollte wieder einmal die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres Gatten Tyndareus genießen und schlüpfte in ihr Brautkleid. König Tyndareus hatte jedoch Trouble im Reich und überhaupt keinen Sinn dafür. Ein Wort gab das andere und schließlich stürzte die enttäuschte und gleichsam wütende Leda nach einem unbedachten Schritt in den Eurotas.

Wieder an der Wasseroberfläche, gewahrte sie noch immer missgelaunt ein gefiedertes Etwas neben sich, das sich als Zeus in Gestalt eines Schwanes entpuppte. Dieser nutzte flugs die Benommenheit Ledas aus, um mit ihr Helena und Polydeukes zu zeugen und auf diese Weise der Mythologie der Hellenen Unsterblichkeit zu verschaffen…

Im Schutze der schwarzen Venus

Das eindeutige Zeichen Gottes seiner Versöhnung mit uns Menschen, ist wohl der von ihm geschaffene Regenbogen. Dass dieser nicht nur ein nebulöses Gebilde darstellt, demonstriert unser Liebespaar, welches in luftigen Höhen sicheren Halt auf ihm findet. Tiefe Täler und schroffe Felsen haben nichts Beängstigendes mehr, haben keine Bedeutung.

Für diesen Zustand des Glücks und der Geborgenheit ist nicht zuletzt Venus, die Göttin der Liebenden, als Beauftragte des Allerhöchsten verantwortlich, die mit ihrem magischen Blick die Kraft der Liebe beschwört. Möge diese Kraft letztlich über alle Unwegbarkeiten triumphieren und uns ewig erhalten bleiben...

Im Reich der Homofeliden

Zu sehen sind die Portraits dreier Hauskatzen, deren unterschiedliche Charaktere nicht nur durch ihren jeweiligen Gesichtsausdruck beschrieben, sondern auch über die Gestik ihrer menschlichen Körper dargestellt sind. (links - der Zurückhaltende, mittig - der Chefkater, rechts unten - die Lady, das Luder).

Die Braut

Kurz vor Ihrem Ja-Wort hält die Braut innere Einkehr und Gedankenfetzen drängen sich ihr auf: "Wer bin ich, wie wird mich mein Abenteuer Ehe formen, wer werd' ich künftig sein?"

Die Naturgewalten aller vier Elemente scheinen Anteil zu nehmen am Seelenleben einer Frau, die unsicher ist, ob sie ihr Eheversprechen auch wirklich einlösen will. Dunkle Schatten könnten sich ausbreiten und die gottgewollte Harmonie der Liebenden attackieren. Die Sorgen und die Last des Alltags, unabdingbar verbunden mit einer Wesensveränderung der Hochzeiter, würden die künftigen Eheleute vielleicht zu Fremden werden lassen.

Möge Gott unsere Braut und alle Liebenden beschützen...

Das Orakel

Das Motiv umschließt drei in sich geschlossene Enheiten: einerseits die vier Elemente - Himmel, Erde, Feuer und Wasser (hier in Form von Eis und Schnee), andererseits eine Schwangere mit ihren Wölfen als Symbol des Irdischen. Und als Bildmittelpunkt das Orakel mit seinen Begleitern als Synonym für das Göttliche und damit unser Seelenheil.

Über die Kräfte des Orakels ist sich die Ratsuchenden bewusst, so dass sie auf diesem Weg die Verbindung mit dem Göttlichen anstrebt. Natürlich ist das Orakel nicht Gott, aber es verkörpert das Tor ins Jenseits, den Weg zum Allerhöchsten. Dabei scheint der "heilige schwarze Mann" die speziellen Fähigkeiten seiner Tiere für die Erfüllung seiner Aufgabe nutzen zu können.

Und wir Betrachter können uns nun über den Inhalt der Prophezeihung unsere eigenen Gedanken machen...

Fleischeslust - oder Lust auf Fleisch?

Obwohl am rechten Bildrand - und damit etwas abseits - ist der Amur-Leopard motivisch die zentrale Figur des Gemäldes.

Wie uns der Bildtitel verrät, wissen wir nicht genau, welcher konkrete Inhalt dieser Szene zugrunde liegt. Ist es der Hunger einer Raubkatze oder sind es ihre sexuellen Wünsche?

Wie auch immer - das Gemälde ist recht interpretationsfähig - auch hinsichtlich der Architektur, die dem Motiv nochmals zusätzlich Raum für symbolistische Gedankenspiele bietet.

Gewissensbisse - Leda mit dem Schwan

Wir blicken in ein Haus, ein Zimmer, soviel ist klar. Aber es ist mehr - vielmehr weniger - es ist eine billige Absteige. Wir sehen Zeus, der sich in Gestalt eines Schwanes Leda genähert hatte und sein Unwesen trieb. Von Leda abgewandt, in der Pose des Eroberers und der Manier eines Freiers, rüstet er sich zum Aufbruch, den luftigen Höhen des Olymp entgegen.

Am Ende des "Lotterbettes" sitzend, mit fast esoterischem Blick, begreift Leda langsam, was sie ihrem Gatten, Tyndareus, angetan hat. Einzig ihr kleiner vierbeiniger Freund schenkt Leda Aufmerksamkeit und versucht die Psyche seiner Herrin aufzuhellen. Er spendet ihr Trost und signalisiert, daß sie den Mythos "Leda mit dem Schwan" erfüllt hat...

Eros und Religion

Die Natur und damit auch die Sexualität sind Teile der Schöpfung Gottes.

Deshalb berührt das Standbein der zentralen männlichen Figur das zum Teil schwebende Kreuz, und die Liebenden erlangen die göttliche Kraft, das Böse, die Schlange, zu besiegen.

Die flankierenden Halbakte sind als erotische Visionen zu verstehen.

Le Rêve

... ein Traum also, der uns in eine geheimnisvolle, märchenhafte Welt entführt.

Das Gemälde strahlt Ruhe aus und Harmonie scheint nicht nur von den Protagonisten, dem Liebespaar, auszugehen. Auch die zwei Reptilien, die in diesem exotischen Gemäuer zu Hause sind, beäugen das Liebespaar eher wohlwollend, vielleicht auch neugierig.

Wir als Betrachter gelangen über die breitangelegte Treppe ins Geschehen, das über die gesamten Bildränder hinweg aufwendig architektonisch umrahmt ist.

Wie durch ein riesiges Schlüsselloch tauchen wir ein in eine fast unwirkliche Szene - ein Traumbild eben...

Geburt der Venus

Venus, auch Aphrodite oder Schaumgeborene, ist uns als Göttin der Liebe bekannt.

In Abänderung der griechischen Mythologie entsteigt    m e i n e   Venus nicht dem Meeresschaum, sondern der Gischt eines tosenden Wasserfalls. Die Geburt selbst wird von den Kräften der überirdischen Mächte, die als Blitzeinschlag in einen Monolithen dargestellt sind, begleitet.

Im Umfeld der Venus befinden sich - im Größenverhältnis aufeinander abgestimmt - duale Figurengruppen, die einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Arten der Liebe gewähren.

Die neugeborene Venus wird somit mit Liebe empfangen...

Löwinnen

Die Löwin im Hintergrund setzt mit Kraft und Schnelligkeit auf die Erfüllung Ihres Zieles. Die "menschliche Löwin" im Vordergrund ist ebenfalls auf der "Jagd" - aber mit ganz anderen Mitteln...
Das Blattgold in der rechten unteren Bildecke unterstreicht die Schönheit der Frau und "fungiert" gleichzeitig als Wasserstelle der Springböcke.

Garten Eden

Augenscheinlich ein Bild voller Harmonie - eine Sphäre, in der Mensch und Tier in einem fast paradiesischen Miteinander vereint scheinen.

Der zweite Blick offenbart eine unerfüllte Liebe, die an "Leda mit dem Schwan" erinnert. Der Tiger symbolisiert die dem ungleichen Paar innewohnende Kraft, für ihre Liebe zu kämpfen.

Leda mit dem Schwan

In der griechischen Mythologie nähert sich Göttervater Zeus der Königstochter Leda in Gestalt eines Schwanes und zeugt mit ihr zwei Nachkommen.

Meine Interpretation dieses Themas deutet die körperliche Verbindung der beiden Protagonisten nur an und läßt angesichts der maurisch anmutenden Kulisse den Schluß zu, daß sich die Szene außerhalb der griechischen Gefilde abspielt.

Erinnert uns diese Situation nicht an eien Urlaubsflirt eines ungleichen Paares unserer Zeit...?

Der Tod und das Mädchen

Das ewige Spiel der Gegensätze von Gut und Böse, von Verführten und egoistischen Verführern.

Glücklicherweise steht unserem jungfräulichen Protagonisten ein streitbarer Schutzengel zur Seite...